Die Schlossbergbühne Kasematten zählt zu den markantesten Freiluft-Spielstätten in Graz. Die in den Fels des Schlossbergs gehauene Open-Air-Bühne schafft allein durch ihre Architektur ein eindrucksvolles Ambiente – und stellt die Technik vor ganz eigene Aufgaben.
Als Friedrich Kleinhapl dort am 24. Juli 2025 gemeinsam mit dem Orchester Camerata Novi Sad auf der Bühne stand, verantworteten wir von der Artec Group die gesamte Licht- und Tontechnik.
Worum geht es in diesem Artikel?
Die Artec Group hat beim Konzert „Viva Ennio Morricone“ in den Grazer Kasematten die gesamte Licht- und Tontechnik verantwortet. Der Artikel zeigt, welche technischen Anforderungen eine Open-Air-Bühne mit klassischer Orchesterbesetzung stellt und welches Equipment zum Einsatz kam.
Das Wichtigste vorab zusammengefasst
- „Viva Ennio Morricone“ am 24. Juli 2025 ist Teil einer regelmäßig stattfindenden Konzertreihe rund um den Cellisten Friedrich Kleinhapl, der das Programm selbst inszeniert und mitspielt
- Die Schlossbergbühne Kasematten ist eine Open-Air-Location mit spezifischen akustischen und lichttechnischen Anforderungen, die sich von geschlossenen Konzertsälen grundlegend unterscheiden
- Die Artec Group war für die vollständige Licht- und Tontechnik verantwortlich – von der Planung bis zur Durchführung
- Klassische Musik unter freiem Himmel erfordert bei der Beschallung besondere Sorgfalt: Natürlichkeit und Transparenz des Klangbilds haben Vorrang
- Das Lichtkonzept bei Sommerkonzerten muss den Übergang von Tageslicht zu Dämmerung aktiv mitgestalten
Das Projekt „Viva Ennio Morricone“
→ „Viva Ennio Morricone“ ist eine Produktion, bei der künstlerischer Anspruch und technische Komplexität eng zusammenwachsen – das spiegelt sich auch in der Anforderung an Licht und Ton wider.
„Viva Ennio Morricone“ ist Teil einer regelmäßig stattfindenden Konzertreihe rund um Friedrich Kleinhapl, die der Cellist als künstlerischer Kopf inszeniert und bei der er selbst mitspielt.
Das Programm umfasst Werke von Ennio Morricone in Arrangements für Cello und Orchester – ein Format, das Kleinhapl nach eigener Aussage rund drei Jahre in der Entwicklung beschäftigt hat. Die Camerata Novi Sad, ein Kammerorchester aus der serbischen Stadt Novi Sad mit langer Ensembletradition, bildet dabei den orchestralen Rahmen.
Die Kasematten als technische Herausforderung
→ Freilichtbühnen wie die Kasematten verbinden offene Architektur mit klar definierten Raumgrenzen – eine Mischung, die eine Vorbereitung verlangt, die mit dem Raum arbeitet und nicht gegen ihn.
Freiluft-Spielstätten wie die Kasematten folgen anderen akustischen Gesetzen als klassische Konzertsäle. Zwar sorgen Ziegelwände, verglaste Rückfront und Begrenzungen für klare Reflexionsflächen und einen definierten Abstrahlbereich, gleichzeitig fehlt der geschlossene Dachraum mit seinem berechenbaren Nachhall. Für die Beschallungstechnik heißt das: Sie muss den vorhandenen Raum präzise nutzen, statt sich auf standardisierte Hallparameter zu verlassen.
Hinzu kommt bei Sommerkonzerten der Übergang von Tageslicht zu Dämmerung: Das Lichtdesign muss sich an wechselnde Helligkeit, Atmosphären und Sichtachsen anpassen, statt nur einen statischen Zustand zu bedienen. Für die Veranstaltungstechnik insgesamt bedeutet das eine sorgfältige Vorbereitung, die akustische Besonderheiten, Wetteroptionen und den Lichtverlauf von Anfang an mitdenkt.

Beschallung: Transparenz vor Lautstärke
→ Bei Orchesterkonzerten unter freiem Himmel entscheidet die Abstimmung aller Komponenten darüber, ob das Klangbild authentisch bleibt.
Bei klassischer Musik mit solistischer Besetzung steht eines im Vordergrund: Das Klangbild muss natürlich wirken. Gut gemachte Beschallung fällt nicht auf – das Publikum soll die Musik erleben, nicht hören, dass sie technisch aufbereitet wurde.

Wir haben dafür Nexo Lautsprecher eingesetzt, gesteuert über ein Yamaha-Mischpult. Für die Mikrofonierung standen uns Mikrofone von Sennheiser, Shure, DPA und Neumann zur Verfügung – Hersteller, die jeweils unterschiedliche akustische Stärken mitbringen und je nach Instrument und Einsatzsituation gezielt ausgewählt werden.
Die Funksysteme von Shure und RF Venue sichern dabei die Signalqualität auch bei Bewegung auf der Bühne. Im Bereich Eventtechnik gilt: Die Abstimmung aller Komponenten beginnt lange vor dem Soundcheck.
Lichtdesign zwischen Präzision und Atmosphäre
→ Professionelles Lichtdesign bei Open-Air-Konzerten gestaltet nicht nur die Bühne – es reagiert auf den Abend.
Für das Lichtdesign haben wir auf ChamSys Mischpulte gesetzt, die im professionellen Live-Bereich für ihre Flexibilität bei komplexen Lichtsituationen bekannt sind. Das Luminex Netzwerksystem sorgt für eine stabile Datenübertragung zwischen Pult und Scheinwerfern.

Als Fixtures – also Scheinwerfer – kamen Geräte von Cameo, Astera und Showtec zum Einsatz, positioniert auf Manfrotto Stativen. Astera-Leuchten bieten dabei den Vorteil, akkubetrieben und damit unabhängig von fester Verkabelung zu sein – ein praktischer Faktor auf einer Freiluft-Bühne wie den Kasematten. Die Aufgabe des Lichts war es, den musikalischen Abend zu tragen, ohne ihn überzukommentieren.
| Bereich | Eingesetztes Equipment |
|---|---|
| Lichtsteuerung | ChamSys Mischpulte |
| Netzwerkinfrastruktur Licht | Luminex Netzwerksystem |
| Scheinwerfer | Cameo, Astera, Showtec |
| Stative | Manfrotto Stative |
| Beschallung | Nexo Lautsprecher |
| Tonmischung | Yamaha-Mischpult |
| Mikrofonie | Sennheiser, Shure, DPA, Neumann |
| Funksysteme | Shure, RF Venue |
Fazit
Wenn klassische Musik in den Sommerhimmel hineinspielt, darf die Technik nicht zum Risiko werden. Wir kümmern uns verlässlich und professionell um Licht und Ton, damit Ihr Publikum sich ganz auf die Musik konzentrieren kann.
Für Veranstaltungstechnik, die künstlerische Ansprüche und technische Präzision verbindet, ist Artec der richtige Partner an Ihrer Seite.